„Wer will schon meine Daten, ich bin doch nur ein Ein-Mann-Betrieb?“ Genau diese Denkweise macht Selbstständige und Freiberufler zu einem der beliebtesten Ziele für Cyberkriminelle. Denn Hacker suchen sich nicht die größte Beute aus, sondern die leichteste.
Der Irrtum: „Ich bin doch zu klein, um ein Ziel zu sein“
Die meisten Cyberangriffe laufen heute vollautomatisiert ab. Bots durchsuchen das Internet rund um die Uhr nach veralteter Software, schwachen Passwörtern und offenen Sicherheitslücken, völlig unabhängig davon, ob dahinter ein DAX-Konzern oder eine Ein-Personen-Kanzlei steckt. Genau das macht kleine Betriebe zu einem bevorzugten Ziel: Sie verfügen selten über eine eigene IT-Sicherheitsabteilung, nutzen aber genauso sensible Kunden- und Zahlungsdaten wie große Unternehmen.
Warum Betriebshaftpflicht und Vermögensschadenhaftpflicht nicht reichen
Viele Selbstständige gehen davon aus, mit einer Betriebshaftpflicht oder Vermögensschadenhaftpflicht bereits ausreichend abgesichert zu sein. Das stimmt nur teilweise: Diese Policen greifen bei Schäden gegenüber Dritten, nicht aber bei den eigenen Kosten eines Cyberangriffs. Wie ich bereits in der Haftpflicht-Falle für Freiberufler beschrieben habe, klaffen zwischen den einzelnen Policen oft Lücken, genau dort setzt eine eigenständige Cyberversicherung an.
- Betriebsunterbrechung: Steht dein System nach einem Ransomware-Angriff tagelang still, zahlt die Haftpflicht keinen Ertragsausfall.
- Erpressungsgelder: Löst du eine Verschlüsselung durch Zahlung, ist das kein klassischer Haftpflichtfall.
- DSGVO-Bußgelder: Werden bei einem Datenleck Kundendaten offengelegt, drohen Meldepflichten und Bußgelder, unabhängig vom eigentlichen IT-Schaden.
- IT-Forensik: Die Suche nach der Angriffsquelle und die Systembereinigung kosten schnell mehrere Tausend Euro, auch ohne dass ein Dritter geschädigt wurde.
Wusstest du schon?
Nach der DSGVO musst du einen Datenschutzvorfall grundsätzlich innerhalb von 72 Stunden bei der zuständigen Aufsichtsbehörde melden, unabhängig von der Größe deines Unternehmens. Wer diese Frist versäumt, riskiert zusätzliche Bußgelder obendrauf.
Die 4 Bausteine einer guten Cyber-Police
- Eigenschadendeckung: Kosten für Datenwiederherstellung, Systembereinigung und Ertragsausfall während der Ausfallzeit.
- Drittschadendeckung: Haftung gegenüber Kunden oder Geschäftspartnern, wenn deren Daten durch den Angriff betroffen sind.
- Krisenmanagement: Zugriff auf IT-Forensiker, Fachanwälte für IT-Recht und PR-Berater, oft über eine 24/7-Hotline.
- Erpressungsgelder: Absicherung der Lösegeldforderung bei einem Ransomware-Angriff, inklusive Beratung, ob und wie gezahlt werden sollte.
Warum Prävention allein nicht reicht
Ein aktueller Virenscanner und regelmäßige Backups sind wichtig, aber sie verhindern nicht jeden Angriff. Als dein Interessenvertreter vergleiche ich für dich Cyber-Tarife, die genau auf die Größe und das Risiko deines Betriebs zugeschnitten sind, ohne dass du für Bausteine zahlst, die du als Selbstständiger gar nicht brauchst. Alle Details zu Leistungen, Deckungssummen und häufigen Fragen findest du auf der Übersichtsseite zur Cyberversicherung.
Checkliste: Bist du gegen Cyber-Risiken abgesichert?
- Ist eine Betriebsunterbrechung durch Systemausfall mitversichert?
- Sind IT-Forensik und Krisenmanagement im Ernstfall abgedeckt?
- Greift die Police auch bei DSGVO-Verstößen (Rechtsverteidigung, Meldepflichten und Schadenersatzansprüche; behördliche Bußgelder im gesetzlich zulässigen Rahmen) nach einem Datenleck?
- Weißt du, ob deine Betriebshaftpflicht Cyber-Schäden explizit ausschließt?